Können Schwächen Stärken sein? Ja, das können sie. Im Berufsleben nehmen wir häufig Verhaltensweisen an unseren Kolleg:innen oder uns selbst wahr, die man eigentlich nicht gutheißt – z. B. Unkonzentriertheit, Unstrukturiertheit, Ungeduld oder mangelnde Organisation. Allerdings liegt es oft im Auge des Betrachters und/oder an der jeweiligen Situation, ob die unliebsame Schwäche gerade eine Stärke ist oder sie sich tatsächlich als Schwäche erweist. Leider verstellt uns der eigene Umgang mit unseren Schwächen den Blick darauf, dass sie je nach Situation unsere Stärken sein können. Deshalb ist es wichtig, dass man sich mit den eigenen vermeintlichen Schwächen beschäftigt, lernt bewusst mit ihnen umzugehen und sie bestenfalls in Stärken zu verwandeln. 

Wie das funktioniert? Es gibt eine Reihe von Methoden, um die eigenen Schwächen zu identifizieren und zu lernen diese wertzuschätzen. Folgendes Vorgehen könnte dabei besonders hilfreich sein: 

  • Schritt 1: Als erstes sollten Sie sich selbst gründlich unter die Lupe nehmen. Am besten beobachten Sie sich aufmerksam über mehrere Tage hinweg und notieren sich auf einer Liste gründlich all Ihre Verhaltensweisen, die Sie an sich eigentlich nicht gutheißen. 
  • Schritt 2: Als nächstes sollten Sie überlegen, was diese vermeintlichen Schwächen auslösen. Kosten diese Sie beispielsweise Zeit oder Energie? Bereiten sie Ihnen Stress oder verbauen sie Ihnen Aufstiegschancen? Das sind die Nachteile Ihrer Schwächen. 
  • Schritt 3: Im dritten Schritt sollten Sie nun einen Blick auf die Kehrseite der Medaille werfen. Wo könnten diese Schwächen nützlich sein? Ungeduld kann beispielsweise bewirken, dass Sie Projekte proaktiv vorantreiben, Kolleg:innen antreiben oder Sie energetisch auftreten.  

Dieses Vorgehen kann einerseits dabei helfen neue Perspektiven auf Ihre Schwächen zu eröffnen. Oftmals sind diese nämlich nur scheinbar negativ. Das ist uns oft nicht bewusst. Andererseits kann dieses Vorgehen auch hilfreich für Personalgespräche sein, in denen häufig auch unsere Schwächen thematisiert werden. Im besten Fall gelingt es so den Blick der Führungskraft auf unsere Schwächen umzulenken.

Mehr zu diesem Thema können Sie hier nachlesen: https://www.humanresourcesmanager.de/news/leadership-wie-aus-schwaechen-staerken-werden.html