Berufliche Neigungen im MRT erkennbar? 

Wir alle standen einmal vor dieser Entscheidungsfrage: Soll ich lieber einen technischen, kaufmännischen oder sozialen Beruf ergreifen? Einige von uns wussten bereits früh, wo ihre Eignungen oder Interessen liegen, andere waren lange unsicher. Der Hirnforscher Christoph Krick hat nun erforscht, inwiefern sich Begabungen und Neigungen nicht nur mittels Persönlichkeitstests, sondern auch im Gehirn erkennen lassen. 

Dafür hat er den Situativen Interessenstest (SIT) des Psychologen Werner Stangl herangezogen. Dieser Test klassifiziert Menschen in sechs Bereiche: realistisch, intellektuell, künstlerisch, sozial, unternehmerisch und konventionell. Je nachdem, welche Bereiche im Testergebnis dominieren, eignet sich ein Teilnehmer besonders für bestimmte Berufe, etwa für den des Ingenieurs, Krankenpflegers oder Modedesigners.

Im Zuge des Tests wurden 104 Schüler:innen gebeten den SIT durchzuführen und anschließend im MRT untersucht. 

Das Ergebnis

Die Untersuchungen haben ergeben, dass eine deutliche Korrelation zwischen den Testergebnissen und den anatomischen Eigenheiten der Gehirne der Schüler besteht. Bei Schülern, die laut Test zu bestimmten Interessensgruppen gehörten oder einen bestimmten Berufswunsch angaben, waren die zu den jeweils berufstypischen Aufgaben passenden Gehirnregionen anatomisch stärker ausgeprägt. 

Allerdings handelt es sich bei den MRT-Aufnahmen um Momentaufnahmen, weshalb die Ergebnisse auch mit Vorsicht zu genießen sind. Die Interessen der Menschen veränderten sich möglicherweise noch und viel Übung kann Hirnregionen ebenfalls beeinflussen. Außerdem ist noch nicht abschließend geklärt, was zuerst da war: eine bestimmte Neigung oder die Ausprägung der Hirnregion, die enorm wichtig dafür ist, um diese Neigung erfolgreich umzusetzen. 

Detailliertere Informationen zur den Forschungsergebnissen gibt es hier: https://www.personalwirtschaft.de/personalentwicklung/ausbildung/artikel/hirnanatomie-zeigt-berufliche-neigungen.html