Die HR-Werkstatt von Personalwirtschaft.de hat sich die berechtigte Frage gestellt, ob teambasiertes Recruiting die Personalbeschaffung verbessern kann. Die Idee dahinter: kollaboratives Recruiting verteilt die Arbeit und die Verantwortung bei der Personalsuche und -beschaffung auf mehrere Schultern. Außerdem kann dabei auf eine Reihe von unterschiedlichen Kompetenzen der beteiligten Teammitglieder zurückgegriffen werden. Das Ergebnis: Passgenauere Stellenbesetzung und eine höhere Teamzufriedenheit. 

In vielen deutschen Unternehmen sind die Personalabteilungen chronisch unterbesetzt. Außerdem sind täglich eine Reihe von Aufgaben und Verpflichtungen, wie beispielsweise administrative Aufgaben und Berichtspflichten, zu erfüllen. Zudem muss sich nicht selten auch um strategisch wichtige Aufgaben gekümmert werden. Abhilfe bei dieser Aufgabenflut könnte teambasiertes kollaboratives Recruiting schaffen. Statt die ganze Last auf einzelne Schultern zu legen, werden diese beim kollaborativen Recruiting auf Teams verteilt, die den gesamten Einstellungsprozess begleiten, sich anfallende Aufgaben teilen und schlussendlich die Personalentscheidung(en) treffen. 

Wie das funktioniert? Der nachfolgende idealtypische Ablauf eines kollaborativen Recruiting-Prozesses zeigt das: 

  • Aufnahmegespräch: Im ersten Schritt sollte ein Treffen zwischen Hiring Manager:in und den Recruiter:innen stattfinden, in welchen die Anforderungen an die Position festgelegt werden. Hierbei gilt: je klarer das gesuchte Profil definiert wird, desto leichter wird es dem Team fallen, die richtige Person auszuwählen.
  • Verfassen der Stellenbeschreibung: Im nächsten Schritt sollte eine Stellenbeschreibung verfasst und veröffentlicht werden. Auch hier ist die Zusammenarbeit zwischen Hiring Manager:in und Recruiter:innen essentiell. 
  • Zusammenstellung Recruiting-Team: Im dritten Schritt ist es an der Zeit zu entscheiden, wer Teil des Recruiting-Teams sein soll. Wichtig hierbei ist, dass es nicht darum geht ein möglichst großes Team zusammenzustellen, sondern eher darum Menschen einzubinden, die dem Prozess etwas Nützliches hinzufügen. Der größte Mehrwert liegt in der Vielfalt von Perspektiven. 
  • Briefing des Recruiting-Teams: Anschließend wird das erstellte Team mit den gesammelten Informationen versorgt.
  • Kollaboratives Sourcing & Screening: Im fünften Schritt werden potenzielle Kandidat:innen ermittelt und die Lebensläufe analysiert. Indem man die Aufgabe als Team, etwa in Form einer Sourcing-Party angeht, kann die Suche nach Talenten sogar Spaß machen.
  • Interviews führen: Das Recruiting-Team vereinbart in diesem Schritt die Interviewtermine und führt Gespräche mit potenziellen Kandidat:innen. 
  • Auswahl treffen: Nachdem die einzelnen Interviews geführt wurden, sollten in einer abschließenden Runde die Ergebnisse im Team verglichen und eine finale Auswahl getroffen werden. Dabei sind alle Teammitglieder stimmberechtigt und verfügen über ein Vetorecht.
  • Angebot unterbreiten: Im letzten Schritt – der Angebotsphase – spricht die Recruiterin oder der Recruiter zunächst die Kandidatin bzw. den Kandidaten an und macht ein Angebot. Im besten Falle kommt es dann zum Vertragsabschluss. 

Wichtig ist, dass während dieser Schritte alle Stakeholder über den Fortschritt des Prozesses informiert werden. 

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