Gute und schnelle Entscheidungen sind in jedem Unternehmen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Dennoch fällt es vielen Firmen schwer effiziente Entscheidungsprozesse zu implementieren. Beispielsweise erfordern oftmals bereits kleine Anschaffungen das Ausfüllen eines Formulars und die Unterschrift vom Vorgesetzten. Dieser könnte seinerseits die Zeit ebenfalls besser nutzen. Solche zentralistischen Entscheidungsprozesse verursachen hohe Opportunitätskosten. 

Laut der Autorin und Business Coach Anne M. Schüller werden Entscheidungen in der Regel auf dreierlei Weise gefällt: Per Chefentscheid, per Mehrheitsentscheid oder per Konsensentscheid. Bei ersterem wird eine Entscheidung nach einem vorgegebenen Mehrheitsschlüssel getroffen. Bis zu 49 Prozent aller Stimmen werden dabei zum Verlierer. Viel Unzufriedenheit kann so entstehen. Die Tragfähigkeit einer Entscheidung wird zudem leicht umterminiert. Der Konsensentscheid benötigt die ausdrückliche Zustimmung aller. Dem eilen oft lange Diskussionen voraus. Schließlich einigt man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. 

Um zu schnelleren und hochwertigeren Entscheidungen zu kommen, empfiehlt sie diese neuen Methoden: 

Der Konsent-Entscheid 

Diese Entscheidungsmethode eignet sich besonders in operativen Bereichen. Hier wird ein Entscheidungsvorschlag unterbreitet, Unklarheiten beseitigt und anschließen die Frage gestellt ob jemand einen wichtigen Grund sieht, weshalb der Vorschlag nicht umgesetzt werden sollte. Dabei stehen den Mitentscheidern folgende Optionen offen:

Daumen nach oben bedeutet alles ist okay; eine ausgestreckte wackelnde Hand bedeutet, dass man Bedenken hat, welche aber unbedenklich für den Antrag sind; eine ausgestreckte Hand mit der Handfläche nach oben bedeutet, dass gravierende Bedenken vorliegen. Wer sich für das letzte Handzeichen entschieden hat, muss nun seine konkreten Bedenken erläutern. Anschließend werden gemeinsam oder aber einzeln Lösungsvorschläge erarbeitet und vorgebracht. 

Die Elfer Skala 

Hier wird zunächst das Thema, zu dem eine Entscheidung gefällt werden muss, in einem Meeting vorgestellt und Rückfragen beantwortet. Anschließend wird mittels einer Bewertungsskala von 1-10 analysiert, wie wichtig das Projekt bzw. das Thema für das Unternehmen ist. In Zweierschritten besteht die Wahl zwischen: Unwichtig, fragwürdig, überlegenswert, angeraten und notwendig. Statt eines kategorischen Ja oder Nein werden bei dieser Methode wichtige Grauzonen sichtbar. 

Der konsultative Einzelentscheid

Laut Schüller bewährt sich diese Methode immer dann, wenn eigenständig entschieden werden soll. Ziel ist es, die Expertise Dritter in seine Entscheidung miteinzubeziehen. So kann zum Beispiel festgelegt werden, dass, bevor eine Entscheidung getroffen wird, immer mindestens zwei sachkundige (!) Personen befragt werden müssen. Die Verantwortung für die Entscheidung verbleibt allerdings bei der zuständigen Person oder Gruppe. So erhält man eine verbesserte Entscheidungsgrundlage und beschleunigt die Umsetzung. 

Den gesamten Artikel von Anne M. Schüller finden Sie auf den Seiten des Human Ressource Managers: https://www.humanresourcesmanager.de/news/neue-entscheidungsmethoden-fuer-selbstorganisierte-teams.html