Wie in vielen anderen Bereiche bzw. Personengruppen gilt auch für die Geschäftsleitung und das mittlere Management: Ein breites Netzwerk kann essentiell für das fachliche und persönliche Vorankommen von Führungskräften sein. 

Insbesondere im mittleren Management hat sich diese Einschätzung allerdings noch nicht gefestigt. Oftmals vertreten diese nämlich das Motto: “Wer gut ist, muss nicht über sich reden und Netzwerken – der wird entdeckt!” Ganz so einfach ist es heute allerdings nicht. Die betriebliche Realität sieht nämlich meist anders aus. Wer in einer Führungsposition bewusst darauf verzichtet, Beziehungen aufzubauen und so auf sich aufmerksam zu machen, der bleibt leider meist im Schatten der “laut sprechenden” und “auffallenden” Persönlichkeiten zurück. 

Außerdem sind Führungskräfte nicht selten auf die Fähigkeiten und Kompetenzen von Kolleg:innen aus anderen Bereichen angewiesen, wenn sie weiterkommen wollen. Wer kann mir bei diesem Problem helfen? Wer kann mir hierzu verlässlich Auskunft geben? Nur ein gutes Netzwerk eröffnet Zugang zu wichtigen Akteuren und Drahtzieher:innen und kann Unterstützung vermitteln. Noch wichtiger ist ein gutes Netzwerk allerdings dann, wenn Führungskräfte den nächsten Karriereschritt anstreben. Zu diesem Zeitpunkt sind der eigene Bekanntheitsgrad besonders wichtig. Studien zeigen, dass jede dritte Position innerhalb des eigenen Netzwerks vergeben wird. 

Es empfiehlt sich also, Zeit darauf zu verwenden das eigene Netzwerk auszubauen. Wie das funktioniert? Hier ein paar grundlegende Tipps: 

  • Tipp 1: Strategie

Der Aufbau und die Pflege von Business-Netzwerken kostet jede Menge Zeit und nicht jeder Kontakt, in den man investiert, erweist sich als zielführend. Deshalb gilt, Qualität geht über Quantität – konzentrieren Sie sich also auf die wichtigsten Kontakt. Hierbei hilft es, wenn Sie sich die Frage stellen ‘Was möchte ich erreichen und welche Kontakte sind wichtig, um diesen Zielen näher zu kommen?’ Diese Kontakte müssen nicht unbedingt nur Ihrem Unternehmen entstammen. Schauen Sie sich zum Beispiel auch andere Branchen an oder besuchen Sie interessante Veranstaltungen und gehen Sie dort auf die Menschen zu. Einmal pro Jahr sollten Sie dann Bilanz ziehen und Ihr Netzwerk prüfen. Passen die Kontakte noch zu Ihren aktuellen Zukunftsplänen? 

  • Tipp 2: Virtuelles Netzwerk

Gerade während der Corona-Krise haben die Versuche zahlreiche Kontakte über virtuelle Kanäle zu knüpfen stark zugenommen. Erste Berichte zeigen, dass viele Nutzer:innen vermehrte Kontaktanfragen teilweise sogar als Belästigung empfinden. Das führt auch dazu, dass auch potentiell wertvolle Kontakte schnell übersehen werden. Deshalb empfiehlt es sich, sich doppelt so stark beim Kontaktaufbau von oberflächlichen Anfragen abzuheben. Das gelingt indem Sie Wertschätzung, Respekt und echtes Interesse ausdrücken. 

  • Tipp 3: Pflege 

Neben dem Aufbau von neuen Kontakten ist auch die Pflege Ihres Netzwerkes besonders wichtig. Ihre Mitmenschen merken schnell, wenn die Kontaktaufnahme lediglich das Ziel verfolgt Sie beruflich weiterzubringen. Ihre Kontakte brechen dann schneller ab, als Sie denken. Aus diesem Grund sollten Sie mit den Menschen in Ihrer Kontaktliste regelmäßig Erfahrungen austauschen, Ideen und Konzepte besprechen oder auch um Rat fragen. Wir alle freuen uns aktuell über Socializing und sind so generell nah- und berührbarer. Schlagen Sie Ihren Geschäftspartner:innen auch gelegentliche Spaziergänge vor, wenn diese in der Nähe wohnen, um auch persönliche Begegnungen zu erhalten.  

Befolgen Sie diese drei Tipps und investieren Sie ein bisschen Zeit in den Aufbau Ihres Netzwerkes, werden Sie schon bald von diesem in vielerlei Hinsicht profitieren. 

Den gesamten Artikel zum Thema “Netzwerken als Führungskraft” gibt es auf den Seiten des Human Ressource Managers: https://www.humanresourcesmanager.de/news/netzwerken-als-fuehrungskraft.html