Die Corona-Krise hat in traditionellen Organisationen eines deutlich gezeigt: Statische Stellen, die ein festes Aufgabenpaket umfassen und an einen konkreten Stelleninhaber gebunden sind, verhindern Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Dynamik innerhalb der Organisation sowie im gesamten Unternehmen. Die klassische Stellenbeschreibung und traditionelle Organisationen – wie man sie aus der Vergangenheit kennt – blockieren in einem instabilen Umfeld und bei regelmäßigen Wandel, die Effizienz. Wertvolle Kompetenzen, die Stelleninhaber zwar besitzen aber im Rahmen ihrer aktuellen Position nicht nutzen, gehen verloren. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass Qualifikationen, die eine Stelle erfordern aber der Stelleninhaber nicht oder nur unzureichend besitzt, nachträglich und zumeist zeitaufwendig erworben werden müssen. Kurzum: Menschen werden also an Stellen angepasst. Zukünftig soll das aber genau anders herum sein. 

Moderne und zeitgemäße Organisationen arbeiten bereits heute mit dem sogenannten Rollenkonzept. Dieses Konzept beinhaltet die Trennung von Rolle und Person. Es zählen vielmehr die Stärken einer Person, d. h. ein Rolleninhaber tut genau das, was ihm liegt und Spaß bereitet. Es besteht ebenfalls jederzeit die Möglichkeit, sich in neue Themen einzuarbeiten oder sich in anderen Bereichen weiterzuentwickeln, die die jeweilige Person interessieren. Damit es zu einem möglichst perfekten Matching zwischen Kompetenzträger und Rolle kommt, werden sogenannte Rollenmärkte geschaffen. Diese leben von Freiwilligkeit! Es wird also keine Zuordnung vorgenommen, sondern erfragt wer welche Rolle übernehmen möchte. Die Mitarbeiter wählen freiwillig eine Rolle aus, die zu ihnen passt oder werden von den Teamkollegen für eine bestimmte Rolle vorgeschlagen. Dieses Vorgehen ermöglicht eine flexiblere Aufgabenverteilung, eine kompetenzbasierte Aufgabenerfüllung sowie eine kurzfristige Justierung von Rollen, so dass Projektspitzen ausgeglichen werden können. 

Möchten Sie mehr über das Rollenkonzept erfahren? Anne M. Schüller hat es in einem Beitrag für den Human Resource Manager anschaulich auf den Punkt gebracht: https://www.humanresourcesmanager.de/news/rollen-statt-stellen-die-arbeitswelt-der-zukunft.html